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Deutscher Titel: Astro Boy
Englischer Titel: Astro Boy
Originaltitel: Tetsuwan Atomu
Studio: Mushi Productions
Erfinder: Osamu Tezuka
Episodenanzahl: 193
Remake 1980: 52
Remake 2003: 50
Genre: Science-Fiction, Action, Adventure
Typ: TV + Movie + Live Action
Entstehungszeitraum: 1963 - 1967
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Zur Story:
In der fernen Zukunft...genauer gesagt im Jahre 2000 (was aus der Sicht vor 50 Jahren die ferne Zukunft war) beginnt eine der erfolgreichsten Anime-Serien aller Zeiten mit einer höchst dramatischen Szene: Dem Tod eines Kindes. Dr. Tenmas Sohn Tobio hatte unerlaubterweise das fliegende Sportauto seines Vaters gemopst und ist aus enormer Höhe in die Tiefe gestürzt. Dr. Tenma verwindet den Tod des Sohnes nicht und beschliesst nach einem Jahr tiefster Trauer ihn als Roboter wieder neu zu erschaffen.

Der in der Geschichte derzeitige Stand der Robotertechnik erlaubt es zwar Roboter in der Industrie und als Arbeiter einzusetzen, allerdings hat noch kein Wissenschaftler das geschafft, was Dr.Tenma vorhat: Einen Roboter mit menschlichen Gefühlen und Verhaltensweisen zu bauen. Am 7. April 2003 ist es vollbracht; Roboter Tobio erblickt das Licht der Welt. Anfangs ist Dr.Tenmas Freude über das Ergebnis groß, doch nach einiger Zeit stellt er fest, dass der Roboter seinen Sohn in keinster Weise ersetzen kann.

Er verkauft ihn an einen Zirkus, in dem der Roboter vom Direktor den Namen "Astro Boy" erhält und als Zirkus-Artist zur Unterhaltung arbeiten muss. Der Direktor lässt Astro Boy Waffen in den Körper einbauen, damit er damit ausgesonderte Tierroboter zerstört. Eines Tages besucht ein ehemaliger Assistenz Dr.Tenmas, Dr.Ochanumizu die Zirkusvorstellung und erkennt in Astro Boy das Projekt Tenmas wieder. Er kauft dem Zirkus Astro Boy ab und erschafft dem traurigen Roboter eine eigene Roboterfamilie, samt großem Bruder und kleiner Schwester.

Allerdings hat Astro Boy in seinem Körper nach wie vor das gefährliche Waffenarsenal samt atomarem Antrieb und Raketen unter den Füßen(daher auch sein eigentlicher Name "Atom" in der japanischen Fassung).

Von nun an ist Astro Boy entschlossen als Retter und Helfer in der Not der Polizei zu helfen, wenn diese Hilfe im Kampf gegen verrückte Wissenschaftler, ausserirdische Invasoren und andere gefährliche Wesen brauchen. So erlebt er spannende Abenteuer auf der Erde, sowie auch nicht selten in den Tiefen des Weltalls...

Eigene Meinung:
Anime-Gott Osamu Tezuka hat mit seiner Reihe um den sehr menschlichen und doch übermenschlichen Roboter Astro Boy eine Legende geschaffen, wie es sie kein zweites Mal in Japan gibt. Astro Boy war der allererste Anime, der in Serie gehen durfte. Allerdings war die erste, noch in schwarz/weiss gehaltene Serie, sehr großen Auflagen der Amerikaner unterworfen, die die Produktion sponserten und somit einen großen Einfluß und Umkehr auf das ursprüngliche Werk Osamu Tezukas ausübten.

Tezuka, dem mit dieser Serie der entgültige Durchbruch gelang, war im Nachhinein über die Änderungen zum Original-Manga so verdrossen, dass er im Jahre 1980 eine zwar kürzere Neuauflage des Anime in Farbe umsetzte und diese inhaltlich enger an dem Manga-Vorbild orientierte. Einzig der Charakter des Roboters Atlas wurde als häufig wiederkehrender Antagonist eingesetzt, was dem Unterhaltungswert der Serie jedoch keinen Abbruch tut. Sehr drollig ist vor allem eine Cross-Over-Episode, in der Osamu Tezuka Charaktere aus seinen anderen Werken "Black Jack", "Wonder 3", "Hi no Tori" und "Ribbon no Kishi" miteinander in einer Zeitreisegeschichte auftreten liess und damit auf Tezukas damaligen Cross-Over-Movie "Marine Express" aufmerksam machte.

Im Jahre 2003 kam es dann zu einem Kuriosum. Genau am offiziellen Geburtsdatum Astro Boys, dem 7. April, kam die erste Folge einer neuen 50-teiligen Anime-Serie, die die Geschichte nochmal neu erzählte, allerdings auf höchstem Animations-Niveau und mit einer etwas abgeänderten Reihenfolge der Ereignisse. Vor allem der blaue Ritter, der in den vorigen Serien keinerlei Auftritt bekommen hat, spielt ab der zweiten Hälfte eine sehr starke Rolle. Ebenfalls sehr erwähnenswert ist die Querverbindung die zur letzten "Hi no Tori"-Geschichte "Future" geschlagen wird.

Die Geschichte von Astro Boy verzaubert selbst 50 Jahre nach ihrer Entstehung Jung und Alt. Die Serie ist äusserst ausgewogen. Es gibt lustige Folgen, traurige Folgen und, wie von Tezuka gewohnt, sehr philosophische Folgen, die sich mit der Menschheitsfrage auseinander setzen. Die Charaktere sind größtenteils sehr facettenreich und selbst die Bösewichter sind (bis auf die Ausnahme der S/W-Serie) niemals einfach nur böse.

Die Kämpfe sind äusserst actionreich und vor allem in der neusten Serie ein Augenschmaus. Das Charakterdesign ist vor allem in dieser Serie Tezuka in seiner Ur-Form und wirkt, wie Manga-Experte Frederic Schodt sagt "wie eine Mischung aus Disney und Herge". Nicht ohne Grund behaupten nicht wenige Manga- und Anime-Kritiker Astro Boy wäre nur eine Mischung aus Disneys beiden Figuren Micky Maus und Eega Beeva. "Astro Boy" übte nicht nur einen großen Einfluß auf die Anime- und Manga-Industrie aus, sondern auch Regisseure wie Steven Spielberg liessen sich von ihr für ihre Werke inspirieren (siehe A.I.).


Musikalisch bewegt sich "Astro Boy" immer am aktuellen Zeitgeist. In Deutschland hat die Serie, im Gegensatz zu vielen anderen Ländern, nie unter einem guten Stern gestanden. Unter dem Titel "Atom, mit dem Eisenarm" erschienen in den 70ern ein paar aus dem Italienischen übersetzte Hörspiel-Platten. Ende der 90er versuchte man sich an einem kompletten Release, der zweiten TV-Serie, allerdings trotz Idealbesetzung von Rubina Kuraoka als Astro Boy, nach nur 6 Folgen auf insgesamt 3 VHS-Tapes untergegangen. Trotz hervorragender Bearbeitung wurde durch ein unausgewogenes Preis/Leistungs-Verhältnis viel verspielt.
Der Manga wurde bei Carlsen zwar mit 21 Bänden durchgezogen, konnte allerdings nie den Erfolg verzeichnen, der ihm in anderen Ländern gebührt. Das liegt vor allem leider daran, dass Osamu Tezuka zum Erscheinungszeitpunkt den wenigsten bekannt gewesen ist und die Serie aufgrund des minimalistischen Zeichenstils nicht aus der Masse des damalig vergleichbar kleinen deutschen Manga-Marktes hervorstechen konnte und letztendlich auf Grabbeltischen landete.

Die Kenner der Serie wissen jedoch "völlig zu Unrecht!", denn Astro Boy ist trotz mangelnder Tradition und Bekanntheit in Deutschland, einer der ganz großen Anime-Klassiker, der einst die Geburtsstunde der Anime-Serien einläutete und bewiesen hat, dass der Zuschauer nicht anhand der Optik alleine einem Zeichentrickfilm weniger Wert beimessen sollte, als einem Realfilm oder einem guten Buch.

© Mathias

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Tetsuwan Atomu: © 1963 - 2004 Mushi Pro / Osamu Tezuka



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