 |

Story
Schon seit langer Zeit suchen wir, die wir aus dem Jenseits kommen, nach einem Menschen, der Euch Sterblichen unsere Geschichte erzählen kann. Wir haben unser übliches Klientel angefleht: hastige Poeten, klügelnde Philosophen, garstige Komödianten und so weiter....Aber bedenkend, dass unser Reich hier auf der neunten Stufe der Nichtwahrnehmbarkeit nur ganz kurze Zeit übertragbar ist, hat uns das übliche Klientel auf eindrucksvolle Weise im Stich gelassen.....
Mit ewig nächtlichen Grüßen,
Die Bewohner von Merridian durch das geistige Medium
Seltsame Träume verfolgen Megan Amano schon einiger Zeit. Seit ihr Vater gestorben ist träumt sie immer wieder von Merridian, einem seltsamen Land in dem sie offenbar zu leben scheint. An einem einsamen Abend vertraut sie etwas ganz Besonderes ihrem Tagebuch an. Am Abend ihres Abschlussballs spazierte sie mit ihren Freundinnen am Strand entlang. Megan trennte sich etwas von ihren Freundinnen und ging ein paar Meter weiter. Von dort entdeckte sie einen jungen Mann im Wasser. Wie magisch angezogen näherte sie sich ihm und spürte, dass etwas nicht stimmte. Sie fühlte sich als wäre sie fehl am Platz und höre eine verzweifelte Stimme voller Schmerz. Megan trat noch etwas näher und bemerkte dann wie der Fremde allmählich in den dunklen Fluten verschwand.
Als ihre Freunde sie schließlich eingeholt hatten bemerkt sie, dass diese von dem Jungen nichts mitbekommen hatten und da es etwas neblig gewesen war, schob sie es als Hirngespinst ab.
Ihre Mutter, der das ganze langsam unheimlich wird, schickt Megan zu einem Psychiater namens Doc. Troia. Von diesem aufgefordert beginnt sie von ihrem ersten Besuch in Merridian zu erzählen. Dieser war seltsam. Megan erinnert sich, dass sie das Gefühl hatte zu schweben, dann plötzlich auf einer Wiese saß und sich auf ihrem Schoß ein Rabe befand. Von weitem hörte sie ein Krachen und Rascheln und plötzlich rannte ein Mann an ihr vorbei, dem der Rabe folgte. Davon nicht weiter beunruhigt legte sie sich auf die Wiese, bis jemand über sie stolperte. Wimmernd rappelte sie sich auf und bemerkte einen jungen Mann, der halb auf ihr lag. Durch ihn fand sie heraus, dass der andere vom Raben Verfolgte, sein Bruder sein musste. So schnell sie sich kennen lernten, so schnell war er auch wieder verschwunden und Megan aus ihrem Traum schreiend mit einem blauen Fleck aufgewacht.
Nach ihrer Erzählung macht sie sich schnell auf, da glücklicherweise die Sitzung schon vorüber ist.
Als sie am Abend, nach einen anstrengenden Tag am College, nach Hause kommt klingelt auch schon das Telefon. Ihr Mutter, eine exzentrische Modemacherin die nebenan wohnt, die sie leider nach Megans Geschmack zu oft anruft und diese gerne kontrollieren würde.
Megans Mutter möchte alles über das Gespräch mit Doc. Troia wissen und was dabei herausgekommen ist. Megan, sichtlich genervt, verabschiedet ihre Mutter schnell und legt auf. Hätte diese sich nur nicht so sehr durch den Tod ihres Mannes verändert. In ihrer Tasche entdeckt sie zufällt ihre fast neue Kamera, die kaputt zu sein scheint und so legt sie sich genervt und traurig ins Bett und schläft ein. Noch während sie einschläft nuschelt sie vor sich hin, dass sie sich ja noch fürs Bett fertig machen müsste und in ihren Anfangsträumen scheint sie das mit Hilfe kleiner Wesen, genannt Beebos, zu machen. Plötzlich steht sie in ihrem Bad, nur irgendwas ist nicht richtig. Das Waschenbecken ist auf einmal riesengroß und nachdem sie oben angelangt ist rutscht sie direkt in den Abfluss. Von einem Wasserstrudel wird sie weiter getragen und auch ihre kaputte Kamera, die sich aus dem Nichts in ihrer Hand auftauchte, funktioniert wieder. Vor sich entdeckt sie ein Schloss und auch die altbekannte Wiese. Sie ist wieder in Merridian. Megan beschließt ihre Chance zu nutzen und will Fotos machen, doch alles verschwimmt und sie findet sich auf einer Art Plattform im Schloss wieder. Dort trifft sie auf Damian Crandall, der ihr erklärt, dass sie sich auf einer Uni in Merridian befindet. Dies ist normal eine Schule für Tote, die als Muse ausgebildet werden. Megan, schon ganz geschockt, denkt schon sie wäre gestorben, bis ihr Damian erklärt, dass dies nicht so ist. Sie ist etwas Besonderes. Megan ist eine Shutterbox-Austauschstudentin, die in einem Jahr zu einer Muse ausgebildet werden soll. Als erstes gibt ihr Damian ein Päckchen, in welchem die Schuluniform steckt und die sich wie von selbst um Megan windet. Ihr angeblicher Direktor Damian gibt ihr einen Brief, den sie seinem Bruder übergeben muss. Das sollte die erste Aufgabe für sie werden und zeigen, ob sie bleiben dürfte oder nicht. Gezwungenermaßen macht sich Megan nun auf dem Weg zu den Gedankenfeldern, auf denen Adrian sich herum treibt. An den Feldern angekommen bekommt sie gleich Probleme mit kleinen, seltsamen Teufeln, die sie schubsen und Schabernack treiben. Ihre Kamera fängt an zu sprechen. Megan hört auf ihren Rat und fängt einfach an zu rennen. Schon bald hat sie Adrian gefunden. Leider ist dieser schneller und schafft es einfach besser den Gegenständen aus dem Weg zu gehen, im Gegensatz zu Megan die ständig stolpert. Also bleibt ihr nur eins. Adrian muss zu Fall gebracht werden. Sie nimmt ihre Schuhe und Schleife, bindet sie zusammen und wirft dann nach ihm. Der Getroffene landet prompt auf der Nase. Schnell macht sie sich auf den Weg zu ihm und überreicht ihm dann endlich den Brief. Dieser ruft ihn wieder in den Dienst als ewiger Diener der Universität, genau wie sein Bruder, der sich nur als Direktor ausgibt. Anscheinend schickt dieser jedes Mal, wenn Adrian wieder stirbt, neue Studenten hinaus um ihn zu suchen. Die angebliche Aufnahmeaufgabe war nur ein Trick. Und so beginnt Megans Abenteuer und ihre Ausbildung in Merridian.
Eigene Meinung
Shutterbox ist ein durchaus empfehlenswerter Manga. Hintergründe werden in dem Manga nur selten gezeichnet. Aber wenn doch, dann recht detailgetreu. Die Zeichner benutzen sehr oft großflächige Rasterfolien, was anfänglich etwas irritierend sein kann. Dies wechselt sich aber immer wieder mit detailgenauen Hintergründen. Die Story selbst ist etwas ungewöhnlich, da auch auf Selbstmord eingegangen wird und sich die Geschichte nicht nur um Liebe und Glücklichsein dreht.
Eins ist sicher. Wer Mystery mag ist bei diesen Manga auf jeden Fall goldrichtig.
Mangaka
Tavisha und Rikki Simons lernten sich im Februar 1990 in Disneyland kennen und heirateten am 31.Oktober. Tavisha ist in den USA geboren und hat japanische und deutsche Vorfahren. Sie begann im Manga- und Anime-Stil zu zeichnen, nachdem ihre Oma sie vor den Fernseher setzte und sagte: "Dieser Cartoon ist japanisch, genau wie du." Von Anfang an spürte sie eine tiefe kulturelle Bindung zu Anime und Manga- eine Verbindung, die selbst nach jahrelangem Abmühen in einem un-Kimba-mässigen und auf Superhelden konzentrierten amerikanischen Comicmarkt nicht nachließ; sie wollte immer eine unabhängige Künstlerin mit einer originellen Vision sein.
Rikki Simons arbeitet als Autor und Zeichner an Büchern wie „Sushi Girl Ranklechnick“ und seiner „dreibeinigen Katze“ sowie „Reality Check!“, nahm aber auch zwei Jahre Auszeit, um an der von Nickeoldeon animierten Serie „Invader Zim“ mitzuwirken. Bei „Invader Zim“ hatte er eine Doppelrolle. Als Farbdesigner gestaltete er fast 700 Hintergründe und als Sprecher lieh er seine Stimme GIR, dem Robotergefährten von Invader Zim.
Tavisha und Rikki kreierten Manga zusammen mit Tavishas unsichtbaren, streitsüchtigen Musen unter dem Studionamen Tavicat. Zurzeit leben sie in Los Angeles in Kalifornien.
© fullmoonchanie
Korrektur gelesen am 20.07.05, Brian J. Mason™
|